Berichte von Ausstellungen

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Thierry Mugler – Couturissime in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung

München (D) > 03.04. - 30.08.2020

thierry mugler Rose Wagner

Thierry Muglers Mode ist das Gegenteil von Zurückhaltung und politischer Korrektheit. Sie strömt explosive Sexualität aus und spiegelt unbekümmerten Hedonismus wider. Mit seinen textilen Entwürfen erzählt Mugler Geschichten von Lust, Obsession, Dominanz und Unterwerfung. Mugler ist phantasievoll, innovativ und provokant. Er versprüht schrägen Witz und phantasiert über eine maschinengesteuerte Zukunft mit Androiden und merkwürdigen Zwitterwesen. Doch es gibt auch auch Zartes und sogar Poetisches im Mugler-Kosmos, etwa wenn sich der Meister von der Natur inspirieren lässt wie in seiner Kollektion „Les Insectes“ aus dem Jahr 1997. Die Münchner Mugler-Retrospektive Couturissime zeigt rund 150 Prêt-à-Porter-Kleider, Haute-Couture-Modelle und Bühnenkostüme. Die Schau umspannt fast vierzig Jahre von Muglers Schaffen, von Mitte der 1970er-Jahre bis 2014. Weiterlesen... >

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner
Rose Wagner für fashion twist (online: 19.08.2020)

 

Summer of Love im Palais Populaire

Berlin (D) > 20.06. - 28.10.2019

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Das Jahr 1967 war der Höhepunkt der Hippie-Bewegung in San Francisco und ging als Summer of Love in die Geschichte ein. Eine Ausstellung im Berliner Palais Populaire ruft diesen legendären Sommer in die Erinnerung zurück.
Die Schau dreht sich um Musik, Mode, Drogen und Politik und darum, wie sich vieles gleichzeitig entwickelte, miteinander verband und Ausdruck in neuen Designs, Sounds und Formen von Gemeinschaft und Protest fand. Zeitlich geht sie über das Jahr 1967 hinaus und bezieht entscheidende politische Umbrüche aus den Jahren unmittelbar davor und danach mit ein: Bürgerrechtsbewegung, Gründung der Black Panther Party, Proteste gegen den Vietnamkrieg, Gay Pride, Women's Liberation Movement und die Anfänge von Umwelt-Initiativen. Die Themen der Gegenkultur schlugen sich auch im Textilen nieder. Weiterlesen... Download

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 18.08.2019)

 

Swinging London: A Lifestyle Revolution. Terence Conran – Mary Quant im Fashion and Textile Museum

London (GB) > 08.02. – 02.06. 2019

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Das Fashion and Textile Museum liegt im Bezirk Southwark, nahe der U-Bahn-Station London Bridge Station. Es wurde 2003 von der Designerin Zandra Rhodes (*1940) gegründet und 2006 vom Newham College übernommen, einer Institution der Erwachsenenbildung, die Aus- und Fortbildung im Bereich Mode und Textil anbietet. Die Ausstellungen des Museums haben oft einen Bezug zu London. Die neueste Ausstellung erzählt die Geschichte einer Gruppe von Kreativen und Intellektuellen, die einen wesentlichen Anteil an den kulturellen Veränderungen hatte, die als „Swinging London“ bekannt wurden. Behandelt wird eine Zeitspanne von 25 Jahren – 1952 bis 1977 –, in der das sogenannte „Chelsea Set“ neuartige Akzente beim Design von Mode und Möbeln und in der Architektur setzte. Ungewohnte Materialien wie Sperrholz für Möbel und PVC für Kleidung fanden Verwendung und machten die Produkte erschwinglich. Weiterlesen... Download

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 25. Mai 2019)

 

Christian Dior: Designer of Dreams im Victoria & Albert Museum London

London (GB) > 02.02. - 14.07.2019

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Die Retrospektive im Victoria and Albert Museum ist als Hommage an den Modeschöpfer und sein Haus konzipiert. Bereits der Titel „Christian Dior: Designer of Dreams“ verspricht Eskapismus. Zu sehen sind 200 wunderschöne Haute-Couture-Kreationen aus Chiffon, Seide, Spitze, feinsten Stickereien und Swarovski-Kristallen, alles meisterlich verarbeitet und in einer großartigen Kulisse arrangiert. Außer den Kleidern sind rund 300 weitere Objekte ausgestellt, darunter Accessoires, Miniatur-Haute-Couture-Modelle und Parfüm-Flakons sowie Fotografien, die Christian Diors (1905-1957) Lebensstationen dokumentieren. Beherrscht wird die Szenerie von seinen Original-Modellen. Alle seine Modelinien von 1947 bis 1957 sind vertreten. Sie dienen den Dior nachfolgenden Kreativ-Direktoren – sechs bis heute – als Quelle der Erleuchtung und als Verpflichtung für die Weiterentwicklung des Erbes.
Die Ausstellung ist eine Übernahme vom Pariser Musée des Arts Décoratifs, das 2017 damit an den 70. Jahrestag des „New Look“ erinnerte. Die meisten Exponate stammen aus der Dior Héritage collection des Luxuskonzerns Moët Hennessy Louis Vuitton, dem das Modehaus heute gehört. Gegenüber der Pariser Schau kommt im Victoria and Albert zusätzlich ein Kapitel über Christian Diors Beziehung zum Vereinigten Königreich hinzu. Weiterlesen...Download

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner sowie Laziz Hamani, Musée des Arts Décoratifs und Dior Héritage collection, Paris
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 30. April 2019)

 

Eckhaus Latta: Possessed im Whitney Museum of American Art, New York

New York (USA) > 03.08. - 08.10.2018

Whitney Museum

Mode und Kommerz gehören zusammen, doch so unverblümt wie in der Ausstellung im Whitney Museum of American Art wurde das bislang noch nicht demonstriert. In Eckhaus Latta: Possessed geht es um „desire and consumption“, um „an opportunity to observe and consume“. Im Zentrum steht das Label Eckhaus Latta, dem der Ruf vorauseilt, cool, richtungsweisend und gendergerecht zu sein.
Schau Eckhaus Latta: Possessed unterscheidet sich deutlich von dem, was gemeinhin unter einer Modeausstellung in einem Museum verstanden wird. Man könnte sie genauso gut als Boutique bezeichnen, Performance, Verkaufsexperiment oder Konzeptkunst. Das Designer-Duo Mike Eckhaus und Zoe Latta spricht von einem „operational retail environment“. Gezeigt und zum Verkauf angeboten wird eine limitierte Kollektion ihres Labels, die speziell für diesen Anlass entworfen wurde.
Eckhaus und Latta haben die Ausstellung nicht nur konzipiert, sondern führen sie auch selbst durch ‒ im Auftrag des Whitney. Das Ganze findet im Rahmen eines Programms zur Nachwuchsförderung statt. Das Label Eckhaus Latta versteht sich als „part of a new generation of designers operating at the intersection of fashion and contemporary art“. Weiterlesen... Download

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 15. Oktober 2018)

 

The Body: Fashion and Physique in The Museum at FIT Fashion & Textile History Gallery, New York

New York (USA) > 05.12.2017 - 05.05.2018

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Der durch Mode(-Erwartungen) und Kleidung veränderte Körper gerät vermehrt in den Fokus von Ausstellungen. So zeigte schon 2001 die explizit auch so betitelte Schau in The Costume Institute of the Metropolitan Museum of Art: „Extreme Beauty: The Body Transformed“ die massiven Eingriffe, denen Gesellschaften auf der ganzen Welt ihre Körper aussetzen, um einem kulturell geforderten Ideal zu entsprechen. Die aktuelle Ausstellung des Fashion Institute of Technology FIT, "The Body: Fashion and Physique", die von Emma McClendon konzipiert und organisiert wurde, setzt den Schwerpunkt auf westliche Mode. Ein Gang durch die Geschichte, vom 18. Jahrhundert an, verfolgt die wechselnden Körperideale, wie sie durch Einschränkung (Korsett) und Erweiterung (z.B. den Cul de Paris) als kulturelles Konstrukt allgemeingültig propagiert wurden und werden, bei aller vermeintlichen vestimentären Freiheit auch in der Gegenwart. Weiterlesen... Download

Text: © Rosita Nenno
Bilder: © Rosita Nenno
Rosita Nenno für netzwerk mode textil e.V. (online: 15.04.2018)

 

Gianni Versace Retrospective im Kronprinzenpalais Berlin

Berlin (D) > 30.01. - 13.04.2018

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Die Gianni Versace Retrospective im Berliner Kronprinzenpalais wird vom Veranstalter als „ bislang weltweit aufwändigste Ausstellung“ über den „Jahrhundert Designer“ angekündigt. Tatsächlich gibt es mit rund 300 Stücken in der monografisch angelegten Schau viel Versacezu sehen; ein Rückblick auf das Gesamtwerk des Designers ist diese Ausstellung allerdings nicht. Der Schwerpunkt liegt auf den 1990er Jahren. Versaces Anfänge sowie die achtziger Jahre werden nur mit wenigen Beispielen dokumentiert; seine Arbeiten für Oper und Ballett fehlen.
Dennoch lohnt sich der Besuch der Ausstellung. Gianni Versace (1946-1997) stammt aus Reggio Calabria in Süditalien. Die ersten Kollektionen für sein neugegründetes Label Gianni Versace zeigte er 1978 in Mailand. Zuvor hatte er Prêt-à-Porter für große Konfektionsunternehmen entworfen. Seine auffallenden
Werbekampagnen mit bekannten Fotografen und Models – darunter Linda Evangelista, Cindy Crawford und Naomi Campbell – setzten Standards für erfolgreiche Markenbildung. Weiterlesen... Download

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 01. April 2018)

 

Altlust – 1000 Jahre Nachnutzung im Dom zu Brandenburg

Brandenburg an der Havel (D) > 05.05.-31.10.2017

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Im bunten Reigen der Veranstaltungen zum 500jährigen Reformationsjubiläum sticht eine sehenswerte Ausstellung des Dommuseums Brandenburg hervor. Sie fragt danach, was mit den Objekten und Materialien im Dom passierte, die im Laufe der Zeit in ihrem Ursprungszusammenhang nicht mehr benötigt wurden oder nicht mehr erwünscht waren und was nach der Reformation mit den Dingen geschah, die aus der Zeit vor der Glaubensspaltung stammten.
Es geht um unterschiedliche Aspekte von Wiederverwertung und Weiterverwendung beim Bau des Brandenburger Doms und seiner Innenausstattung, bei den sakralen Kunstwerken und liturgischen Textilien. Die Macher der Ausstellung fanden dafür den treffenden, wenn auch altbackenen Begriff der Nachnutzung.
Seit seiner Grundsteinlegung im Jahr 1165 wurde am Brandenburger Dom ständig gebaut und umgebaut. Um Ressourcen zu schonen, Kosten zu sparen und den Arbeitsaufwand so gering wie möglich zu halten, fand ein alter Grabstein Weiterverwendung als Türschwelle und Kapitelle und Gesimse wurden an anderer Stelle wieder eingebaut. Weiterlesen... Download

Text: © Rose Wagner
Bilder: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 15. Oktober 2017)

 

SIDENVÄVERI MUSEUM – Seidenmanufaktur K.A. Almgren, Stockholm. "A Working Museum"

Stockholm (S) > Dauerausstellung

 Seidenweberei Stockholm

Versteckt in einem der lebens- und liebenswertesten Viertel von Stockholm liegt die einzige noch aktive Seidenweberei Nordeuropas. Zusammen mit meinem Mann habe ich diesen besonderen Ort im Sommer 2017 besucht.
Über zwei Stockwerke erhielten wir Einblicke in die Seidenfabrik, die zurückgeht auf Knut August Almgren (1806-1884). Als 16jähriger hatte Almgren in Lyon/Frankreich das Seidenweberhandwerk gelernt und als „Industriespion“ verbotenerweise Teile eines Jaquardwebstuhls nach Schweden ausgeführt. Seine Fabrik in Stockholm hat er Mitte des 19. Jahrhunderts nach französischem Vorbild errichtet.
Aktiv ist die Manufaktur heute noch in der Hinsicht, dass eine einzige Weberin an den vorhandenen Jaquardwebstühlen arbeitet. Sie ist für die Herstellung und Erneuerung von königlichen Seiden und Auftragsarbeiten zuständig und ebenso für die Erklärung der Webstühle und die Beantwortung von neugierigen Besucherfragen.
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Text und Bild: © Berit Mohr
Berit Mohr für netzwerk mode textil e. V. (online: 09. September 2017)

 

Verhüllung. Ausstellung des Oberstufenzentrums Bekleidung und Mode, Berlin.

Berlin (D) > 01.06.2017 - 31.08.2017

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Im Rahmen der viel beachteten Ausstellung "Cherchez la Femme - Perücke, Burka, Ordenstracht" im Jüdischen Museum zu Berlin wird in der W. Blumenthal Akademie - vis à vis des Museums - eine glei-chermaßen sehenswerte kleine Sonderausstellung gezeigt. Zu sehen sind Arbeiten von Schülerinnen und Schülern des Berliner OSZ Bekleidung und Mode zum Thema "Verhüllung", die konzeptionell überzeugend und verblüffend eigenständig sind. Mittels Kleidung bzw. Bekleidungselementen visualisieren die Auszubildenden ihre Gedanken und Empfindungen und dies, nicht zuletzt aufgrund unterschiedlicher Religionszugehörigkeiten, in überraschender Vielfalt. Initiiert und begleitet wurde das Projekt von dem Kleiderkünstler und Kurator Stephan Hann, der Interessierte vom netzwerk mode textil e.V. am 25. Juli mit großem Engagement durch die Ausstellung führte.
Betritt man den "Garten der Diaspora", fällt der Blick sogleich auf eine Frau in transparenter Burka, durch die ein mit roter Schrift bemalter Körper durchscheint. Was für eine Provokation! Es ist die Arbeit von Ajlan Polat mit dem Titel "Dieselbe Haut", die damit unsere Voreingenommenheit entlarven will. "Ich möchte mit meiner transparenten Burka darauf hinweisen", schreibt sie, " dass sich unter diesem Kleidungsstück, wie auch unter jedem anderen, ein Mensch befindet." Auf eine Frau in Burka würden viele verschiedene Bilder projiziert, doch alle sähen nur das, was sie sehen wollten: Die unfreie Frau, die geheimnisvolle Frau, die Terroristin. Tatsächlich aber hätten alle Frauen "nur eine Haut" und diese sei "nicht die Burka".
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Text: © Gundula Wolter
Bilder: © Gundula Wolter
Gundula Wolter für netzwerk mode textil e. V. (online: 20. August 2017)