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Colenbrander, Sjoukje: When Weaving Flourished. The Silk Industry in Amsterdam and Haarlem, 1585 – 1750.

Aronson Publishers 2013, Primavera Press, Leiden 2013. 240 S., zahlr. s/w und 95 farb. Abb., ISBN: 978-9490782054

Colenbrander -Sjoukje When Weaving lourished

Die Autorin Sjoukje Colenbrander ist Textilhistorikerin und ausgewiesene Expertin für die Geschichte der holländischen Seidenweberei. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten gewann sie 2009 den renommierten Dave Aronson-Preis.

Das Thema des Buches ist ein bisher wenig bekannter Bereich der niederländischen Textilgeschichte, die Seidenproduktion in den Städten Amsterdam und Haarlem im 17. und 18. Jahrhundert.
Der Beginn dieser so erfolgreichen Phase der Seidenweberei lag im Jahr 1585, den Schlusspunkt markierte das Jahr 1750, als sich Versuche des Statthalters, die Seidenwebereien vor dem drohenden Verfall zu retten, als vergeblich erwiesen. Da Seidenstoffe in vielen Ländern Europas zu kostbaren Luxusgütern gehörten, wurden komplexe Seidengewebe bis circa 1750 in nur sehr begrenzter Menge und vornehmlich auf Bestellung gefertigt. Ein Hauptteil der holländischen Produktion gelangte als Exportartikel ins Ausland.
Seidenweber aus den südlichen Niederlanden, die sich im 16. Jahrhundert in Haarlem und Amsterdam niedergelassen hatten, begründeten diesen neuen Zweig der niederländischen Textilindustrie. Rasch entwickelten sich beide Städte zu den bedeutendsten Zentren der Seidenherstellung in der niederländischen Republik. Eine wichtige Rolle für die Entstehung und Organisation des Seidengewerbes sowohl in Amsterdam als auch in Haarlem spielten die Mennoniten, die von Beginn an diese Textilbranche in Holland entscheidend prägten. Weiterlesen. Download

Text: @ Isa Fleischmann-Heck 
Isa Fleischmann-Heck für netzwerk mode textil e. V. (online: 21. Januar 2014)

 

Bennett, Fiona, mit Eva Sichelschmidt: Vom Locken der Federn

München, Knesebeck, 2013. 224 S. 100 meist farb. Abb. ISBN: 978-3-86873-608-3

Vom locken der federn

Die fröhliche Hutmacherin

Fiona Bennett ist Berlins, wenn nicht gar Deutschlands bekannteste Hutmacherin – jedenfalls in ihrer eigenen Wahrnehmung. Wie es dazu kam und welch zentrale Rolle Berlin dabei spielt, erzählt sie in neun Kapiteln ihres Buches in radikaler Subjektivität. Der Untertitel „Ein Leben als Modistin – Muse – Stilikone“ bringt ihre Selbsteinschätzung treffend auf den Punkt.

Fiona Bennett wuchs zunächst bei der englischen Großmutter in Brighton auf, kam 1972 im Alter von sechs Jahren nach Westberlin, machte eine Lehre als Hutmacherin in Kreuzberg und führte in den 1980er Jahren im alten Westen ein fröhliches Bohèmeleben mit Irrungen und Wirrungen. Im Jahr 1999 eröffnete sie in Ostberlin, in „Mitte“ – damals das europäische Epizentrum von Coolness –, einen Hutladen, wurde gefeiert und gewann internationale Prominenz als Kunden. Sie erlebte dann, wie sich im Eldorado selbstständiger Kreativer
immer mehr internationale Modelabels niederließen, wie sich Gleichförmigkeit ausbreitete und das Unkonventionelle und lustvoll Schäbige verdrängt wurde. Dabei war es gerade das Unangepasste, was „Mitte“ einst so reizvoll gemacht hatte. Mit der Kommerzialisierung stiegen die Mietpreise, und immer mehr Touristen kamen – „Reisegruppen in lila Blousons“ –, die für einen Hutladen mehr Fluch als Segen waren. Weiterlesen... Download

Text: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 25. Juli 2013)

 

Starker Auftritt! Experimentelles Schuh-Design

Ausst. Kat. Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig. Bielefeld u. Berlin, Stadt Leipzig u.a. (Hg.), Kerber, 2013. 168 S., ca. 140 farb. Abb. ISBN: 978-3-86678-831-2

starker auftritt

Schuhe werden in Ausstellungen entweder als modisches Beiwerk betrachtet oder als funktionale Notwendigkeit, manchmal stehen auch ethnologische oder historische Aspekte im Mittelpunkt. Ganz anders im vorliegenden Katalog. Es geht um den Schuh als „Designgegenstand mit autonomer Aussage“ (S. 6). Tragbarkeit ist kein Kriterium. Was zählt, sind außergewöhnliche Formgebung, aus dem Rahmen fallende Materialien und unkonventionelle Vorstellungen vom Schuh an sich. Manches Objekt ist von vornherein als eigenständige Kleinskulptur geplant oder als konzeptionelles Statement gedacht. Der Katalog versammelt Kreationen von Modedesignern, Architekten und Künstlern, darunter befinden sich so bekannte Namen wie Iris van Herpen, Viktor und Rolf sowie Zaha Hadid. Die meisten Modelle sind Unikate oder in Kleinserien hergestellt und für Galerien oder private Sammler bestimmt, nicht für den Modemarkt. Von dieser Regel gibt es nur wenige Ausnahmen. Dazu zählt der „Pink Poodle“ von Jeremy Scott, eine kuriose Kreuzung aus Turnschuh und Plüschtier. Dieser Schuh wird vom Sportschuhhersteller Adidas in ausgewählten Filialen vertrieben und genießt in einer bestimmten Szene Kultstatus.

Im knappen Vorwort konstatiert die Kuratorin der Ausstellung, Sabine Epple, eine Auflösung der Grenzen zwischen Design, Handwerk und Kunst. Sie nimmt eine zunehmende Akzeptanz für extremes Schuhwerk wahr. Dies sei Stars der Popkultur zu verdanken, die ihre Fußbekleidung ausschließlich danach aussuchten, was die größte Aufmerksamkeit garantiert. Die Designer avantgardistischer Schuhmodelle, die auf diese Weise bekannt werden, können sich ihres Erfolgs sicher sein.
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Text: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 21. Januar 2014)

 

Müller, Florence (Hg.): Dior Impressions. The Inspiration and Influence of Impressionism at the House of Dior

New York, Rizzoli International Publications Inc., 2013. 152 S., 119 meist farb. Abb. ISBN: 978-0-8478-4154-7

Dior Impressions

Die anlässlich der aktuellen Ausstellung gleichen Titels des „Musée Christian Dior“ in Granville erschienene Publikation beleuchtet Affinitäten von Kreationen des legendären französischen Modehauses zu impressionistischen Gemälden. Einführend skizziert Kuratorin Florence Müller, inwiefern die normannischen Küsten und Gärten als Inspirationsquelle für „nouvelle peinture“ und „New Look“ gleichermaßen gedient haben, und wie die idealisierenden Frauenbilder der Maler Jahrzehnte später in den Schöpfungen Diors ihr Echo fanden.

In vier Kapiteln mit Essays unterschiedlicher Autoren werden sodann einzelne Aspekte näher in den Blick gerückt. Unter der Überschrift „Nature, the New Studio“ widmet sich Farid Chenoune vor dem Hintergrund der traditionellen Gleichsetzung von Frau und Blume jener hoch stilisierten und somit gleichsam transzendierten Flora in den Haute-Couture-Kreationen Diors, die sich an künstlerischen Visionen eher als an Naturgegebenheiten orientiert hätte; anschließend benennt Florence Müller die Kristallisation von flüchtiger Bewegung in Materie als identisches Anliegen von impressionistischen Malern wie Monet, Renoir und Anderen einerseits und dem Modeschöpfer Dior andererseits. „Dior and Fashion from Impressionist Times“ lautet der Titel des 2. Kapitels: Hier geht es zunächst um die nostalgische Inspiration Diors an modischen Silhouetten und Accessoires aus der Zeit des Impressionismus (Stichworte: Krinoline, Tournure, Korsett; Sonnenschirm, Hut), wobei seine kreativen Bezugnahmen laut Müller zwischen raffinierter Künstlichkeit und scheinbarer Natürlichkeit oszillieren; aus kunsthistorischer Sicht beschreibt Philippe Thiébaut sodann die lebensnahe Wiedergabe der modernen, modisch gekleideten Parisienne in ausgewählten Schlüsselwerken des französischen Impressionismus. Weiterlesen... Download

Text: @ Birgit Haase
Birgit Haase für netzwerk mode textil e. V. (online: 09. Oktober 2013)

 

Olivier Saillard, Anne Zazzo (Hg.): Paris Haute Couture

Paris, Skira Flammarion 2012. 288 S., 250 Abb., ISBN 9782080201386

paris couture oliver saillard

Diese opulent bebilderte Publikation zum historisch wichtigsten Modesektor Frankreichs, zur Pariser Haute Couture von 1860 bis ca. 1970, ist längst überfällig gewesen. Olivier Saillard, neuer Direktor des Pariser Modemuseums Galliera, hat gemeinsam mit den Kuratoren seines Museums sowie einigen freien Modehistorikern ein eindrucksvolles Buch vorgelegt, das der gleichnamigen Ausstellung im Jahr 2013 im Pariser Rathaus vorausging.
Der Band ist mehrschichtig und komplex aufgebaut: Ein üppiger Bilderreigen von ca. 130 Fotografien stellt in acht chronologischen Abschnitten erhaltene Couture-Modelle in neuen Aufnahmen, ausgeführt von der Fotokünstlerin Katarina Jebb, vor. Zumeist im Besitz des Museums, teilweise aus den Archiven der Modehäuser, bilden diese ganzseitig abgebildeten Damenkleider und Accessoires das Herzstück des Buches. Eine interessante Wirkung ergeben die teilweise flach gelegten Kleider; mehr als ärgerlich ist dagegen die Entscheidung, die Fotos zumeist am oberen Rand so zu "guillotinieren", dass häufig der Halsabschluss der Modelle nicht mehr zu erkennen ist! Weshalb vereinzelt Schuhe und Taschen aufgenommen wurden, wird nicht erläutert.Weiterlesen. Download

Text: @ Adelheid Rasche
Adelheid Rasche für netzwerk mode textil e. V. (online: 17. November 2013)

 

Zare, Antje: Hutmacherei um 1800. Mode – Gewerbe – Kultur. Köln, Weimar, Wien, Böhlau

Wien, Böhlau Verlag, 2012. 332 S. ISBN: 978-3-412-20875-2

Zare Antje Hutmacherei um 1800

„Vor zwei Jahren nachdem ich als Hutmachergesell, sowohl in allerhöchst dero königl. Landen, wie auch in entfernte Gegenden Deutschlands, Hollands u.s.w. mehrere Jahre gearbeitet und mein Gewerbe bis zu der mir möglichen Vollkommenheit gebracht hatte, suchte ich in Altona das Bürger und Meisterrecht. Ich erhielt beides. […]“

Der Verfasser dieser Zeilen, Claus Hüllmann, befand sich im Jahre 1800 im Streit mit der Altonaer Hutmacherzunft, worüber er in einem Gesuch an den Dänischen König berichtet. Das vorangestellte Zitat stammt aus diesem Brief, der nur einer von vielen im Hamburger Staatsarchiv erhaltenen Schriftstücken aus dem Nachlass Hüllmanns ist. Teile des Bestands wurden von Antje Zare im Rahmen ihrer 2009 im Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Hamburg eingereichten Dissertation ausgewertet, deren Ergebnisse jetzt in Buchform vorliegen. Untersuchungsgegenstand der Publikation ist das Hutmachergewerbe im deutschsprachigen Raum vor der Industrialisierung zwischen 1750 und 1850. Diese Zeitspanne ergab sich aus den wesentlichen Veränderungen in der Herstellung von feinen Herrenfilzhüten durch die Einführung einer Beize aus Salpetersäure und Quecksilber. Das neue Verfahren ermöglichte den Gebrauch von Hasen- und Kaninchenhaaren, die deutlich preiswerter waren als bisher verwendete Biberhaare. Diese Innovationen im Herstellungsprozess legten die Grundlage für eine Blütezeit des deutschen Hutmachergewerbes nach 1750. Weiterlesen. Download

Text: @ Isa Fleischmann-Heck
Isa Fleischmann-Heck für netzwerk mode textil e. V. (online: 07. November 2013)

 

Schrey, Karin, und Bettina Dorfmann: Busy Girl. Barbie macht Karriere.

Arachne Verlag, 2. überarb. Aufl. 2008. 103 S., zahlr. Ill. ISBN: 978-3-932005-36-8

barbie

Barbie mehrdimensional

Barbie ist wahrscheinlich die am meisten verkaufte Puppe der Welt. Kleine Mädchen spielen mit ihr, Modeinteressierte sammeln sie, anderen dient sie als Blitzableiter. Als im Mai 2013 der Spielzeugkonzern Mattel in Berlin die Wanderausstellung „Barbie Dreamhouse“ mit 2500 Quadratmetern Verkaufs- und Aktionsfläche eröffnete, hagelte es Proteste. Sogar eine „Occupy-Barbie“-Kampagne wurde ins Leben gerufen.

In die Demonstration gegen die Dreamhouse-Ausstellung reihten sich linke Jugendorganisationen und einige Dutzend farbenfroh gekleideter Menschen ein. Viel Cross-Dressing und Pink waren zu sehen. Die Barbie-Ausstellung lieferte den Anlass, ganz allgemein ein Ende struktureller Benachteiligungen von Frauen sowie ein Verbot sexistischer Werbung zu fordern, und mit Rollenklischees soll auch Schluss sein. Letzteres forderte vor allem die Initiative „Pink Stinks“, die sich gegen die Zuweisung limitierender Geschlechterrollen durch Spielzeug wendet. Weiterlesen. Download

Text: © Rose Wagner
Rose Wagner für netzwerk mode textil e. V. (online: 09. Oktober 2013)

 

Rasche Adelheid u. a.: Luxury for Fashion. Internationaler Modeschmuck der Fior Collection London

Ausstellungskatalog Berlin, Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin. Leipzig (Köhler & Amelang) 2013. Text dt. u. engl., 136 S., 4 s/w und ca. 140 farb. Abb.
ISBN: 978-3-7338-0392-6

luxury for fashion

Es glitzert und funkelt, wenn man den handlichen, fast quadratischen Katalog aufschlägt. Die in der Ausstellung präsentierten - perfekt vor neutralem Grund ausgeleuchteten - Schmuckstücke aus der Fior Collection scheinen zum Greifen nah. Dezent applizierte Schatten verstärken diesen Effekt. Auch das klare, minimalistische Layout trägt entscheidend dazu bei, dass die meist bunten, sehr kleinteili-gen und aus vielen verschiedenen Materialien kunstvoll gestalteten 134 Objekte im Nachklang der Ausstellung oder auch für sich nahezu 1:1 bewundert werden können.
 
Die Gliederung des Katalogs folgt dem üblichen Muster: Nach einem Vorwort des Direktors der Kunstbibliothek Moritz Wullen, der das gelungene Zusammenspiel von Beständen aus der Sammlung Modebild - Lipperheidesche Kostümbibliothek und den gezeigten Objekten akzentuiert, folgt ein sehr verdichteter Einführungstext der Herausgeberinnen Adelheid Rasche und Britta Bommert. Dennoch gelingt es, auf zwei Textseiten die wesentlichen Aspekte der Kulturgeschichte des Schmucks, den zu Beginn des 20. Jahrhunderts einsetzenden Einstellungswandel und die Hintergründe für die Konjunkturen des Modeschmucks im Verlauf des letzten Jahrhunderts präzise aufzuzeigen. Weiterlesen. Download

Text: @ Gundula Wolter 
Gundula Wolter für netzwerk mode textil e. V. (online: 04. Juni 2013)

 

Pietsch, Johannes; Eikelmann, Renate: Taschen. Eine europäische Kulturgeschichte 1500-1930

Ausst. Kat. Bayerisches Nationalmuseum. München 2013. 343 S. und zahlr. farb. Abb. ISBN: 978-3925058721

taschen

Kann man ausschließlich mit Taschen eine sehenswerte Sonderausstellung bestreiten? Man kann, wie das Bayerische Nationalmuseum zurzeit gerade mit großem Erfolg vorführt. Der hierzu erschienene, von Johannes Pietsch konzipierte und verfasste sowie von Renate Eikelmann herausgegebene Ausstellungs- und Bestandskatalog ist ein wegweisendes Werk, das uns sicher noch lange begleiten wird, auch wenn die Objekte selbst wieder im Depot verwahrt sind. Weiterlesen... Download

Text: @ Gundula Wolter
Gundula Wolter für netzwerk mode textil e. V. (online: 10. Juli 2013)

 

Wipperfürth, Angela: Modeterminologie des 19. Jahrhunderts in den romanischen Sprachen. Eine Auswertung französischer, italienischer, spanischer und portugiesischer Zeitschriften.

(Romanische Sprachen und ihre Didaktik. Hrsg. v. Michael Frings und Andre Klump. Bd. 37.) Diss., Stuttgart, ibidem-Verlag, 2012. 253 S., 61 s/w Abb.
ISBN: 978-3-8382-0371-3

Modeterminologie

Die auf einer Dissertation am Fachbereich Romanistik der Universität Trier basierende Publikation untersucht die Terminologie weiblicher Kleidermode anhand französischer, italienischer, spanischer und portugiesischer Modejournale: Abweichend von dem im Titel genannten Zeitraum werden, ausgehend von der französischen Zeitschrift „La Mode Illustrée“ des Jahrgangs 1869/70, italienische und spanische Modejournale derselben Zeit analysiert. Leider standen keine portugiesischen Zeitschriften aus dem Untersuchungszeitraum zur Verfügung, so dass auf Einzelhefte späterer Jahrgänge zurückgegriffen wurde.

Obwohl ein Schwerpunkt auf der terminologischen Untersuchung liegt, will die Autorin erklärtermaßen auf den kulturellen und historischen Kontext eingehen, ohne den die Modefachbegriffe kaum verständlich seien. Vor diesem Hintergrund ist zu bedauern, dass die Argumentation auf einer teilweise arbiträren, ja obsoleten Literaturauswahl zur Modegeschichte und -theorie fußt, die verschiedene für das Thema wichtige Publikationen unberücksichtigt lässt. Dementsprechend bleibt der einleitend definierte „Modebegriff“ vage; auch in Kapitel 2 zum „Historischen Hintergrund“ dominieren generalisierende Aussagen, eine inhaltliche Fokussierung auf den gewählten Untersuchungszeitraum erfolgt nicht. Weiterlesen... Download

Text: @ Birgit Haase
Birgit Haase für netzwerk mode textil e.V. (online: 02. November 2012)